Die Wokinger

 

Dieser Teil der genealogischen Forschungen über den Stamm der Kinger wurde mir mit freundlicher Genehmigung der Autorin Anne Koch-Gosejacob zur Veröffentlichung auf dieser Webseite zur Verfügung gestellt.

Die Zeichnung der Issi Wokinger ist ebenfalls von ihr.

 

 

Wikinger, Wokinger
Issi Wokinger

Lieber Haakon!


Nach längerer Ahnenforschung, Tag und Nachtsuche - erinnert mich an die Tag und Nachtgleiche im hohen Norden, wahrscheinlich ein unentdeckter Gen in mir - habe ich im hintersten Keller, in einer fast von Holzwürmern aufgefressene Truhe, ein paar angeknabberte, alte, dicht beschriebene Seiten gefunden, deren Übersetzung ich dir nicht vorenthalten möchte.
Nachdem mehrere Ahnenforschungsvereine sich vergeblich bemüht haben diese wertvollen Seiten zu entziffern, habe ich es an die Uni in Uppsala geschickt, die davon total begeistert waren.

Wie aus der Übersetzung hervor geht, muss es sich um meine 12 x Urgroßmutter gehandelt haben. Ihr Name ist mit Issi angegeben.

Als Linus Starkson und seine Frau Ebba Andersdotter nach neun Söhnen endlich eine Tochter bekamen , fiel ihnen kein Mädchenname ein.
Die Kleine wuchs heran, war sehr selbstständigen und ständig wo anders, so dass jeder fragte: „Wo is si? Die genervten Eltern rauften sich die Haare, weil das Kind nie zu finden war, wenn es gebraucht wurde. Und so erhielt das bisher namenlose Mädchen schließlich den Namen „Issi“.
Schon ziemlich früh interessierte sich Issi für das andere Geschlecht, für den Sohn von Ingvar, ein Nachfahre des wilden blauen Sven, der eine Maya zur Frau genommen hatte. Doch wie schon von dir erwähnt, war er ein Weichei, bekam furchtbares Heimweh und landete wieder zu Hause bei den Wikingern.
Die frühreife Issi schlich sich nachts heimlich aus dem Haus um sich mit Albin Ingvarson zu treffen. Diese nächtlichen Schäferstündchen haben meistens Folgen. Und die Folge davon war wiederum, dass Linus seine Tochter aus dem Haus schmiss, denn Albin Ingvarson hatte sich inzwischen aus dem Staub gemacht.
Mehr Recht als Schlecht schlug sich die arme Issi bis Deutschland durch und kam bis zur Brücke wo die Frösche quaken, also dem späteren Quakenbrück. Halb verhungert fiel sie dort dem kräftigen Hermann, dem Vogt des Ortes, in die Arme, der sich sofort in die stämmige blonde Maid verliebte und sie trotz Schwangerschaft zu seiner Frau nahm.
Wenn sie gefragt wurde: „Wo kommst du her?“, zuckte Issi mit den Schulter und wiederholte nur „Wo“. Doch dann lächelte sie stets und sagte: „Kinger.“ Es lag wohl an den Verständigungsschwierigkeiten.
Bedächtig schüttelten die alten Bauerngreise den Kopf und verkündeten: „Sie muss eine Wokinger sein, denn in den Nordländern gibt es bestimmt einen Stamm, der so heißt.“
Und da im Gegensatz zu Schweden in Deutschland schon Hausnamen üblich waren, wurde sie Issi Wokinger genannt. So entstand durch Issis unehelichen Sohn der Zweig der Wokinger.

Wie du so eben feststellen konntest, Haakon, Nachfahre von Haakon dem Ältesten und einzig wahren Haakon, bin ich nicht nur mit Adam und Eva verwandt, sondern auch mit dir.

Als deine neue Verwandte verbleibe ich mit lieben Grüßen aus Quakenbrück

Anna Jacobson Wokinger  

 

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