Meine Urahnen

Wikinger, Haakon, Geschichte Skandinavien, Humorvolle Texte
Haakon der alte Wikinger

Ich möchte heute einmal etwas über meine Urahnen und Vorfahren berichten.

 

Es war vor einer langen Zeit im Land des Nordlichts. Dort lebte der Stamm der *Kinger*, in dem sich einige Sippen organisiert hatten.

Es war ein grünes, fruchtbares Land. Gleichzeitig war es ein raues, wildes Land, das man täglich neu besiegen musste, um eben da überleben zu können.

Die Altvorderen bebauten Felder, trieben Viehzucht, gingen zur Jagd, eroberten das ein oder andere Land und machten dabei reiche Beute. So hatten sie alle Hände voll zu tun, den täglichen Lebensunterhalt zu sichern. Es gab niemanden, der Zeit hatte zu streiten.

 

Und, das Gemeinwesen war straff organisiert.

Da war der Rat der Ältesten, dessen Mitglieder wegen ihres Alters und der daraus resultierenden Erfahrung und weisen Beschlüsse großes Ansehen bei allen Stammesmitgliedern genossen.

Man feierte zusammen, arbeitete gemeinsam füreinander und einer stand für den anderen ein. Auch in den Auseinandersetzungen mit den anderen Stämmen des hohen Nordens hielten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Alle Angreifer wurden in die Flucht geschlagen und wer nicht schnell genug fliehen konnte, mit dem wurde nach dem Motto *Willst Du nicht mein Freund sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein* verfahren!

 

Doch mit der Zeit änderten sich einige Dinge. Die einen hatten die Macht, einige andere wollten sie haben.

Also wurden diese Anderen aufmüpfig. Es gab immer häufiger Streit und handfeste Auseinandersetzungen. Sie missachteten alte Stammesgesetze. Auch Entscheidungen der Ältesten wurden nicht mehr anerkannt und man setzte sich darüber hinweg.

So war es kein Wunder, dass es mit der Zeit mehrere Anführer im Stamm der *Kinger* gab. Dass dies auf Dauer nicht gut gehen konnte, könnt Ihr Euch sicher vorstellen.

Es kam, wie es kommen musste.

 

Es gab einen großen Streit unter den Anführern und man fand keine Lösung, weiterhin friedlich miteinander in diesem schönen grünen, fruchtbaren Land am nördlichen Rand der Welt leben zu können. Also kam man überein, sich zu trennen.

 

Auch meine Vorfahren waren seinerzeit bereit, neue Horizonte zu erkunden. Doch da gab es noch ein Problem.

Wenn man nun in die Welt zog, um diese zu erobern, wurde alles eroberte Land *Kingerland*. Das war natürlich etwas, wo sich die Anführer nicht mit zufrieden geben konnten. Sie wollten ja in der Geschichte als Eroberer mit eigenem Territorium erwähnt werden. Und alle Nachfahren dieser einzelnen Anführer sollten stolz auf ihre Urahnen sein.

Also, weise Voraussicht war gefragt.

Mein Urahn *Haakon der Älteste und einzig wahre Haakon* hatte dann den Geistesblitz, denn er war ein sehr gerissener alter Fuchs mit knallroten Haaren und einem ebenso leuchtenden roten Bart.

Man musste sich unterschiedliche Stammesnamen geben.

Eigentlich so genial wie einfach!! So war er halt der alte Haakon.

Also überlegten die vier Anführer der einzelnen Stammesgruppen, wie man sich denn nun nennen wollte.

Wieder war es *Haakon der Älteste und einzig wahre Haakon*, mein Urahn, der sich im Buch der Geschichte mit seinem Vorschlag einen Platz für die Ewigkeit sichern sollte.

Seine geniale Idee lautete:

 

Waskinger

Wokinger

Warumkinger

Wiekinger

 

Man kam überein, so sollte es sein. So wurde ich ein echter Wiekinger, deren Stammesmitglieder im Laufe der Jahrhunderte zu den Wikingern wurden, die Geschichte schrieben.

Wir eroberten nicht nur Amerika, lange vor Kolumbus, sondern auch so bedeutende und große Territorien wie Ostfriesland, Hamburg-Harburg, das Emsland, die Lüneburger Heide, Kevelaer und viele mehr….

Lang und hart umkämpft war besonders die Gegend um das spätere Ossenbrügge, deren Bewohner sich als äußerst tapfer herausstellten und mit denen wir nach langer Belagerung einen Frieden schlossen, den in der Geschichte bekannten *Frieden am Haseufer vom Mai 948 n. C.*. Anschließend feierten wir mit den Einheimischen ein großes Fest mit jeder Menge Met und unzähligen gegrillten Schweinen und Ossen. Die ortsansässige Bäckerinnung lieferte dazu mehrere Karrenladungen voll der Spezialität des Ortes, dem *Springbrötchen*, das es bis heute nur hier (glauben ich und das Wikilexikon zumindest) gibt.

In Anbetracht des Monats Mai, der in unserer Kultur den Aufbruch in die Sommerzeit darstellte, nannten wir das Gelage *Maiwoche*. Da die Ossenbrügger ein traditionsliebendes Völkchen sind, zelebrieren sie diesen Brauch im Gedenken an den damals mit uns geschlossenen Frieden bis in die heutige Zeit.

 

Die anderen drei Zweige des ursprünglichen Kingerstammes verschwanden in der Bedeutungslosigkeit der Geschichte.

 

Oder hat in letzter Zeit irgendjemand was von den Waskingern, Warumkingern oder den Wokingern gehört???

 

© Haakon, Nachfahre von * Haakon dem Ältesten und einzig wahren Haakon*

 

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