Zur Geschichte des Hauses

Forschungsergebnisse über das Haus Holdmeckeweg in Wennemen / Sauerland
von Willi Stahlmecke

1.    Vor 200 Jahren, am heutigen Tage genau,
wurde vollendet dieser Bau.
Fachwerk die Mauern, das Dach ganz aus Schiefer,
die Dielen aus Holz, kein Parkett, ich glaub es war Kiefer.
Der Keller, gefügt aus Naturstein,
wenn’s Regen gibt, diese heute noch wein’n.

2.    Fritz Ernst Wunsch und Elisabeth, seine Frau,
hatten den Mut und das Geld für den Bau.
Geplant für Menschen und auch für’s Vieh,
Platz hatten auch Heu und die Kartoffeln wie nie.
Die Schwalben flogen ein und aus,
seither nie das Glück verließ dieses Haus.

3.    Es gab kein Radio, weder Fernsehen noch Strom,
doch wen störte das damals schon?
Hauptsache man stieß auf ‚ne Wasserader,
wenn die auch nicht reichte zum täglichen Bade.
Man grub ein Loch, drüber mit Herz ne Hütt’ und jedermann wußt’,
hier kannste drauf, wen du mal musst.

4.    Das Vieh, der Größe nach aufgezählt,
damit hier auch nicht eines fehlt.
Es gab Kühe und Kälber, Ziegen auch,
die Schweine fraßen sich ´nen dicken Bauch.
Hühner, Kükchen, sogar mal ein Hund,
hier gab es Leben, hier ging es rund.

5.    Katzen und Kätzchen wurden geboren,
haben später auf der B 7 ihr Leben verloren.
Ein Igel kam zu Besuch, der Knilch,
er naschte zu gerne die Katzenmilch.
Sogar Ameisen machten Besuch hier am Ort
Und naschten ne ganze Torte fort.

6.    Bis zum Jahre 1865 wohnte die Familie Sauer hier,
dachten damals bestimmt noch nicht ans Bier.
Den Neubau gegenüber bezog man in aller Ruhe dann
Und fing erst später mit dem Zapfen an.
Danach, die Intensivtrinker konnten’s kaum fassen,
es geht auch ohne zapfen, drum wollen wir es lassen.


7.    Kaufst Du ein Haus, so hast du Sorgen.
1880 haben dennoch Fritz und Bernhardine Hense das Haus erworben.
Da der Vater mit 40 Jahren verstorben,
musste die Mutter 5 kleine Kinder versorgen.
Die Namen dieser Kinderschar
Heinrich, Johannes, Franz, Elisabeth und Theresia.

8.    Josef und Theresia Kessler, geborene Sauer, fanden es schön
Und wohnten dort schon Neunzehnhundertzehn.
Heinrich Jürgens, Andorfs, Sendelbecks und Oheim Sauer
Wohnten hier und das auf Dauer,
Eva Gerth, geborene Brendel, und Wilhelm Gerth hatten’s erwogen,
kamen von Freuienohl und sind hier1914 in das Haus gezogen.
Mit Kindern Josef und Maria noch ziemlich klein,
Willi war noch ein „Babylein“!

9.    Noch einige Familein in 200 Jahren wohnten dann,
Meiers, Süggelers, Vielhaber und Winkelmann,
Zöllners, Remckers und Puppen, das ist bekannt,
der Garten von Remckens wurde danach benannt.
Es gab Milch, zum Essen Kartoffeln und  Kohl,
fragt sie mal, fast alle fühlten sich wohl.

10.    Damals verdiente man noch nicht viel Geld,
aber hier kamen Elisabeth und Heinz Gerth auf die Welt.
Von 1922 – 1936 wie es sich schickt,
Franz Magdalene, Barbara und Bernhardine Hense
das Licht der Welt erblickt.
Von 1928 – 1936 berichtet und auch behaupt,
Gisela, Wilhelmine und Waltraud Gerth
das Licht der Welt erschaut.

11.    Nicht zu vergessen Karl Kost, der Jägersmann
Und seine Haushälterin, Fräulein Lausermann.
Karl ging überwiegend nur nachts zur Jagd,
dann hatte das Fräulein einen tiefen Schlaf!
Damit es geht nicht ganz verloren,
hier wurden auch Kälbchen und Zicklein geboren.

12.    Ilse Simon aus dem Sudetenland
im Juni 38 ihr Ferienheim hier fand.
40 waren Soldaten und Pferde auf der Deel,
einer hieß Werner, einer Karl und einer war scheel.
45 der Ami kam ins Land,
cirka 30 Personen im Keller man fand.
Familie Hense, Familie Gerth und Familie Eickelmann
Familie Aufderbeck und Familie Sieburg hatten Bammel
oh Mann.

13.    Das Jahr 45 war nicht mehr weit,
da machten Heinrich Bremke und Maria Gerth Hochzeit.
Es war Sperrstund, doch der Herr Pfarrer nicht bange,
hatte Hunger und Durst, er blieb sehr lange.
Dann möchte ich noch darauf verweisen,
hier wohnte ne dreiköpfige Familie Jehovas Zeugen.
Für Familie Matischek, müsst ihr wissen,
war Fleisch von Katzen ein Leckerbissen.
1947 war es dann soweit,
Franz Hense und Franziska, geb. Kemper machten Silberhochzeit

14.    Auch Hermann Grothues und Magdalene, wie auf ´ner Bühne
Machten Hochzeit, aber ´ne „Grüne“.
Aus dieser Verbindung dann sprießt,
die Kinder Franz Hermann und Winfried.
1950 heiratet Gehrts Willi seine Luise hier im Haus,
anschließend zogen sie dann aus.

15.    1952 folgte ´ne Silberhochzeit dann bald,
nämlich Wilhelm Gerth und Maria, geborene Lörwald.
1953 ging’s dann weiter, Hochzeiten ohne Pause.
Willi Stahlmecke und Frau Barbara, hier im Hause.
Nach ein paar Jährchen dann waren da
die Kinder Ludger, Jutta und Bettina.

16.    1958 schon wieder, man weiß es genau,
Hermann Ratte nahm Bernhardine zur Frau.
1964 heiratete Waltraud Gerth dann
Und nahm ihren Friedhelm, genannt Hehmann.
Aus dieser Ehe  dann ersproß
Sohnemann Ralf, jetzt ist er schon groß.
Tags scheint die Sonne, nachts gibt es Sternengefunkel,
hier wohnten auch noch Claudia Schulte, Herr Gödde,
Familie Urban, Jörg Hegemann und Bärbel Gunkel.

17.    1966 dann, Wilhelmine Gerth kam später,
ehelichte den gewichtigen Bachenheimer Dieter.
Die Kinder taufte man Anja und Sven,
nur Oma Gerth fand es nicht schön.
Wir gaben uns dann doch geschlagen,
gaben den Kindern zusätzlich christliche Namen.

18.    Bei einem dieser Feste, weil’s so schön flutschte,
auf dem Hosenboden Josef Gerth die Treppe herunter rutschte.
Oma Gerth war zornig dann und unverhohlen
Drohte bei Wiederholung den Wertesten zu versohlen.
Auch mir wär’s fast ähnlich so bekommen,
als ich in  die Familie wurd’ aufgenommen.
Mit jedem wurd’ ein Schnaps genossen,
mir war’s sehr schlecht, hab nicht aufgestoßen.

19.    Junge Leute aus der Nachbarschaft
Auf der Delle sich trafen, es war schon fast acht.
Nicht nur zum Erzählen und Singen,
man tat auch fleißig das Tanzbein schwingen.
Das Tanzorchester war rechtzeitig da,
Herr Süggeler spielte Mundharmonika.

20.    Und alle, die jetzt hier sitzen sollen wissen,
das „Becksken“ (Hütte mit Herz), wurde 1957 abgerissen!
Ich weiß nicht, wo man damals hat (die Hose
runtergelassen),
auf jeden Fall wurde Waltraud vom Hund gebissen!
Ich hoffe, es ist nicht vermessen,
verzeiht mir, hab ich wen vergessen?
Ich wünsch mir, es war für Euch ein Genuß,
ich will jetzt schließen und mach Schluß.




Den Text hat mein Onkel Willi Stahlmecke zu der 200 Jahrfeier am 17. Juli 1997 des Hauses in Wennemen erarbeitet.