Was ist eigentlich ein Rennofen?

Eisenzeit Haupthaus für Mensch und Vieh, Rettdach
Eisenzeithaus

Heute haben wir, meine Frau und ich, uns auf eine Zeitreise begeben. Als wir den Zielpunkt mittels einstellbaren Zeitpunkts erreicht hatten, stellten wir fest, dass uns noch ganz viele Mitreisende in die Vergangenheit begleiteten.

Begonnen hat alles mit einem Blick in die NOZ vom Samstag.

Dort war etwas über die Eisenzeit beschrieben. Und das sollte sich ganz in unserer Nähe abspielen. Da beschlossen wir, uns die Zeitgenossen und das was dort in der Eisenzeit so alles passierte einmal aus nächster Nähe anzuschauen.

Gesagt, getan, eingestiegen und los ging es hier bei herrlichem Wetter. Was uns in der Eisenzeit erwartete, oder wie das Wetter dort war, wussten wir nicht. Nach der glücklichen Zielpunktlandung sahen wir es. Eine Siedlerstelle mit einigen Hütten und einem großen Hauptgebäude. Wir gingen auf die erste Ansammlung von Menschen zu und schauten uns an was dort geschah. Warm war es in der Nähe dieses Ofens. Ein Rennofen, wie wir durch die geduldigen Erklärungen der anwesenden Experten aus der Vorzeit erfuhren. Diese Art Öfen wurde zur Eisengewinnung genutzt. Oben Raseneisenerz und Holzkohle rein unten Eisenluppe und Schlacke raus. Dies ist die vereinfachte Darstellung der Funktionsweise dieser Schmelzöfen. Wenn man ganz genau hinschaut, kann man die Schlacke in der Herdgrube herabtropfen sehen. So kam der Ofen zu seinem Namen, denn anders ausgedrückt, rinnt (rennt) die Schlacke herab.

Meine Frau zog mich ein wenig von dieser technischen Vorstellung weg. Sie hatte die handwerklichen Stände der Bewohner dieser Siedlerstelle entdeckt. Es gab Töpferwaren, Holzartikel, Filzmacher, Kleidung und häusliches Handwerk, einen Backofen für Brot, einen Räucherofen für Fisch. Besonders aber leuchteten ihre Äugelein, als sie die Glasperlenwerkstatt entdeckt hatte. Dort musste dann mit der Perlenmacherin um den Preis für einen besonders schönen Anhänger gefeilscht werden. Nach zähen Verhandlungen einigte man sich auf den Preis und das Schmuckstück wechselte den Besitzer.

Mich interessierten besonders der Bogenmacher und seine unterschiedlichsten Bögen. Auf dem angrenzenden Bogenschießstand konnten seine Produkte gleich mal getestet werden. Außerdem mussten wir noch das große Haupthaus von innen besichtigen. Hier gibt es eine Hälfte für die Menschen, die andere ist für das Viehzeug. Alle lebten mehr oder weniger friedlich unter einem Dach.

Alles, was zum Leben erforderlich war, mussten mit eigenen Händen hergestellt oder angebaut werden, von den Siedlern vor einigen Tausend Jahren. So konnten wir uns auf dem Weg zu dem Verpflegungsstand für Gäste aus der Neuzeit ein Bild davon machen, was so in eisenzeitlichen Gärten und auf den damaligen Feldern wuchs und gedieh.

Nach dem Verputzen unserer Bratwurst vom Jetztzeitgrill drückten wir den Knopf an unserer Zeitmaschine und sind wohlbehalten wenig später zu Hause angekommen. Es war ein tolles Erlebnis, zu sehen, wie die Menschen vor mehr als zweitausend Jahren gelebt, gearbeitet und ihre wenige Freizeit verbracht haben.

 

Die Bilder zu unserer Reise in die Vergangenheit entstanden auf der Schnippenburg, in der Nähe von Ostercappeln-Venne.

Mehr Informationen findet Ihr hier

 

www.eisenzeithaus.de

 

Ich bitte die Fachleute vom Rennofen mir nachzusehen, wenn ich mal einen Vorgang oder einen Begriff nicht ganz richtig bezeichnet habe.

 


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